Depressionen: Vorsorge, Warnzeichen und Notfalltipps

Depressionen sind heilbar.

“Mein Lächeln ist zwar in meinem Gesicht zu sehen, erreicht aber nicht mein Herz; an der Arbeit erledige ich meine Aufgaben, zuhause schmeiße ich den Haushalt – ich funktioniere, statt wirklich intensiv den Moment zu erleben. Und wenn ich ganz ehrlich bin, dann ist da diese innere Leere in mir, die manchmal so raumgreifend ist, dass sie mir manchmal sogar wortwörtlich die Luft zum Atmen nimmt.”

Dieser kleine Monolog von meinem früheren Ich war der Anfang vom Ende einer sehr schweren Zeit in meinem Leben. Denn es hat enorm lange gedauert, bis ich mir eingestehen konnte, was eigentlich mit mir los war: Ich hatte eine Depression. Eine Krankheit, von der ich davor immer gedacht hatte, dass sie mich schon nicht erwischen wird. Dass ich zu lebensfroh und optimistisch, zu stark und engagiert sei. 

Auf einen Blick

Eine Depression ist eine ernste psychische Krankheit. Leider wird sie von vielen Menschen noch immer unterschätzt. Dabei sieht man das Leid den Betroffenen schlichtweg einfach oft nicht an. Gerade in Zeiten der Pandemie ist es deshalb elementar, Depressionen vorzubeugen und auf das Wohlbefinden seiner Liebsten zu achten. Es gibt nämlich Warnsignale wie zum Beispiel Isolation und innere Leere, die auf eine depressive Episode hinweisen. Falls du betroffen bist, merke dir bitte vor allem eines: Du bist nicht allein!

Naja, was soll ich sagen – Pustekuchen! Denn eine Depression hat nichts mit Schwäche zutun, sie kann auch optimistische Menschen erwischen (wenn auch statistisch gesehen seltener als Pessimisten) und die Krankheit nimmt auch keine Rücksicht auf Lebensfreude oder berufliches Engagement. Und wenn sie da ist, legt sie einen dunklen Schleier über dein Leben – ganz egal, wie bunt und lebendig es vorher war.

Die Depression in einem Bild

Der Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung malte mit wenigen Worten ein sehr zutreffendes Bild über die Krankheit: “Eine Depression ist wie eine Frau in Schwarz. Wenn sie auftaucht, scheuche sie nicht fort. Lade sie ein, biete ihr einen Sitzplatz an, behandle sie wie einen Gast und höre zu, was sie zu sagen hat.” 

Es ist nämlich so: Depressionen haben zwar viele unterschiedliche wie individuelle Ursachen und äußern sich auch bei jedem Menschen etwas anders. Aber eines trifft wohl immer zu: Die Krankheit will den Betroffenen auf etwas hinweisen. Die Dame in Schwarz kommt nämlich nicht ohne Einladung, irgendetwas in deinem Leben hat dazu geführt, dass sie jetzt an deinem Tisch sitzt. Und hier gilt das Gleiche, wie bei Gefühlen und Sorgen: Nicht weggucken und ignorieren, sondern hinschauen und zuhören. 

Wie Depressionen entstehen

In der Medizin ist man sich mittlerweile einig, dass nicht nur eine Ursache alleine zu einer Depression führt, sondern dass es oftmals mehrere Faktoren sind. So gibt es zum Beispiel genetische Vorbelastungen durch psychische Erkrankungen in der Familie, die eine Erkrankung begünstigen. 

Unter anderem können aber auch körperliche Krankheiten mit Schmerzen oder schweren Verläufen zu Depressionen führen, genauso wie Dauerstress, Überforderung, Schicksalsschläge, eine Funktionsstörung im Gehirn oder eine unausgeglichene Darmflora. Oder eben ein Zusammenspiel aus mehreren Risikofaktoren.

Es gibt viele Ursachen für Depressionen.

Oder halt eine Pandemie. In Deutschland steigt die Zahl der Neuerkrankungen mit Depressionen seit Beginn der Coronavirus-Krise deutlich an. Auch die Zahl de Rückfälle von Betroffen nimmt laut Daten der Deutschen Depressionshilfe zu – und die liegt ohnehin schon bei 70 Prozent. 

Aktuell leben 11,3 Prozent der Frauen und 5,1 Prozent der Männer hierzulande mit der Krankheit. Rund jede vierte Frau und jeder achte Mann erkranken im Laufe ihres Lebens mindestens einmal an der psychischen Krankheit


Depressionen? Hol dir den Therapie-Guide

Wer an einer psychischen Krankheit leidet, der steht nach der Erstdiagnose oft vor einem großen Chaos. Welche Therapie eignet sich, wo finde ich einen Therapeuten und wer zahlt eigentlich meine Psychotherapie? Das sind nur einige der vielen offenen Fragen, die dann auftauchen und für Verunsicherung führen.

Damit du dich aber voll und ganz auf deine Genesung konzentrieren kannst, habe ich den „Therapie-Guide“ geschrieben. In dem Ebook findest du viele wichtige Infos, die du als Betroffener und Angehöriger von Psychischen Krankheiten zur Orientierung brauchst – so lang wie nötig und so kompakt wie möglich. Denn in dieser Situation zählt vor allem eines: Dein Wohlbefinden.

Du willst zu den ersten gehören, die den Guide in ihren (virtuellen) Händen halten? Dann trag dich jetzt in die Warteliste ein 🙂 Sobald das Ebook die letzten Qualitätschecks durchlaufen hat, bekommst du dann per Email den Link zur Produktseite. Spätestens Ende April darfst du dich dann über jede Menge Input freuen 🙂

Einen Moment…
Juhu – das hat geklappt 🙂

Und je früher jeder einzelne von ihnen die Krankheit erkennt und annimmt, desto besser sind die Heilungschancen. Denn eine Depression ist zwar eine echt ätzende und gefährliche Krankheit – aber sie ist heilbar. Mit Psychotherapie, Selbsthilfeangeboten und Medikamenten können Experten Betroffenen helfen, den Weg zurück in ein Leben ohne die Frau in Schwarz zu gehen. 

10 Warnsignale einer Depression

Damit du im Fall der Fälle eine Erkrankung frühzeitig erkennen kannst, möchte ich dir kurz die wichtigsten und prägnantesten Warnsignale einer Depression aufzeigen.

  1. Emotionale Leere. 
  2. Andauernde Müdigkeit.
  3. Schlafstörungen. 
  4. Appetitlosigkeit oder gesteigerter Appetit. 
  5. Desinteresse und Freudlosigkeit. 
  6. Traurige Stimmungslage.
  7. nachlassendes sexuelles Interesse. 
  8. verstärkte Ängste und Sorgen. 
  9. Körperliche Schmerzen. 
  10. Suizidgedanken.

Hinweis

Solltest du Suizidgedanken haben, wende dich bitte umgehend vertrauensvoll an eine Bezugsperson oder rufe anonym unter 0800 1110111 bei der Telefonseelsorge an. Du bist nicht allein!

Die erste Anlaufstelle bei Symptomen

Wenn die Symptome mehr als 14 Tage anhalten, dann ist es sinnvoll, deinem Hausarzt einen Besuch abzustatten und über deine Beschwerden zu sprechen. Der fragt dich dann in der Regel nach deiner Krankheitsgeschichte und stellt dann die Diagnose bzw. den Verdacht. 

Wenn er auch auf eine Depression tippt, dann überweist er dich zu einem Psychotherapeuten. Manchmal sind Hausärzte etwas zögerlich mit der Diagnose von psychischen Krankheiten. Sollte das bei dir auch der Fall sein, bleib am Ball und äußere deinen Verdacht. Und sollte dann immer noch nichts passieren, dann denk über einen Arztwechsel nach – denn es gibt sehr viele gute, einfühlsame Hausärzte da draußen. 

Die erste Diagnose stellt meistens der Hausarzt.

Im besten Fall überweist dein Hausarzt dich aber bereits beim ersten Besuch und einem entsprechenden Verdacht weiter. Der Psychotherapeut, Psychiater oder Heilpraktiker für Psychotherapie wiederum führt dann zunächst ein Erstgespräch durch, bei dem ihr euch kennenlernen könnt und er deine Situation einschätzt. Das ist bereits der erste Schritt zur Besserung 🙂 

Warum bei Depressionen Offenheit gefragt ist

Ein weiterer Schritt wäre es, offen mit deiner Erkrankung umzugehen. Und glaube mir, ich weiß, wie schwierig das ist. Ich selbst habe bis heute nicht allen Menschen in meinem direkten Umfeld erzählt, dass ich Depressionen hatte. Und auch, wenn es mir heute grundsätzlich gut geht, bekomme ich noch ab und zu Besuch von der Frau in Schwarz. Aber an diesen Tagen trinke ich eben in Ruhe einen Tee mit meiner alten Freundin – denn sie hat mir viele Dinge vor Augen geführt, die in meinem Leben schief gelaufen sind. 

Jedenfalls habe ich mittlerweile gelernt, dass ich die Krankheit kommunizieren muss, wenn ich möchte, dass Freunde und Familie verstehen, was manchmal mit mir los ist. Denn Depressionen sieht man Menschen von außen oft nicht an. Nicht selten sind es Menschen mit Depressionen, die am lautesten Lachen oder die witzigsten Sprüche reißen. Und im nächsten Moment sind sie dann total in sich gekehrt, traurig und abweisend. Natürlich äußert sich das bei jedem Menschen auch wieder etwas anders. 

Depressionen haben viele Gesichter

Aber gerade in der aktuellen Zeit ist es sinnvoll, auch in deinem Umfeld die Augen offen zu halten. Wenn sich jemand plötzlich isoliert und oft absagt, sehr zynisch wird oder auffällig viel Alkohol trinkt, dann hak vielleicht einfach mal nach, wie es der Person wirklich geht. Vielleicht sehnt sich dieser Mensch gerade genau nach dieser Frage, um endlich über ihr Leid sprechen zu können und sich jemandem anzuvertrauen. 

Achte gut auf deine Mitmenschen.

Ganz unabhängig davon, ob du selbst oder einer deiner Liebsten betroffen ist, es gibt neben Psychotherapie und Medikamenten auch immer Dinge, die du selbst tun kannst, damit die Frau in Schwarz dir nicht das Ruder aus der Hand und damit dein Leben komplett übernimmt.

Wie du Depressionen vorbeugen kannst

Laut der Stiftung Deutsche Depressionshilfe gibt es drei Grundpfeiler, die auf körperlicher Basis helfen, einer Ersterkrankung oder einem Rückfall vorzubeugen: 

  1. Bewege dich ausreichend. Suche dir dabei am besten Aktivitäten an der frischen Luft, die dir Freude bereiten. Und das auch, wenn dir gerade eigentlich gar nicht danach ist und du dich am liebsten im Bett verkrümeln würdest. Hier gilt: Fake it, till you make it. Mache die Dinge, von denen du weißt, dass sie dir Freude bereiten – und irgendwann wird auch das entsprechende Gefühl wieder zurück kommen. So zumindest lautet die Theorie aus der Kognitiven Verhaltenstherapie, die mir sehr geholfen hat. 
  2. Ernähre dich gesund und ausgewogen. Denn was du isst, beeinflusst deine Darmflora und die wirkt sich wiederum auf deine psychische und körperliche Gesundheit aus. Und ja, auch Schokolade ist dabei ausdrücklich erlaubt – in Maßen.
  3. Schlafe – aber nicht zu viel. Depressionen machen müde, aber nachgeben solltest du der Müdigkeit nicht zu früh und nicht zu lange. Denn zu lange Schlaf senkt die Stimmung und macht inaktiv, was wiederum noch müder macht. Mehr als 7-8 Stunden pro Nacht sollten es also nicht sein. 

Will&Rosies Depressions-Notfallkit

Und falls du trotzdem Sorge hast, dass die Frau in Schwarz auch irgendwann zu dir kommt, haben Will&Rosie eine Idee, wie du den ungebetenen Gast möglichst gelassen in Empfang nehmen kannst: Mit einem Notfallkit. 

Schreibe dir dafür zum Beispiel einen liebevollen und aufbauenden Brief, in dem du dir selbst Mut zusprichst und die schönen Dinge deines Lebens sowie deine Erfolge aufzählst – falls die Depression deine Sicht darauf mal verdecken sollte. Außerdem kannst du dir etwa eine Good-Mood-Playlist erstellen, deine Lieblings-Süßigkeiten und Lieblings-Düfte bei Seite legen sowie Fotos und Erinnerungsstücke dort aufbewahren, wo du während eines akuten seelischen Tiefs schnellen Zugriff drauf hast. 


FAZIT

Eine Depression ist eine ernste psychische Krankheit. Leider wird sie von vielen Menschen noch immer unterschätzt. Dabei sieht man das Leid den Betroffenen schlichtweg einfach oft nicht an. Gerade in Zeiten der Pandemie ist es deshalb elementar, Depressionen vorzubeugen und auf das Wohlbefinden seiner Liebsten zu achten. Es gibt nämlich Warnsignale wie zum Beispiel Isolation und innere Leere, die auf eine depressive Episode hinweisen. Falls du betroffen bist, merke dir bitte vor allem eines: Du bist nicht allein!


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Einen Moment…
Juhu – das hat geklappt 🙂

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